/ Oktober 26, 2018

„Was wäre eine Kirche aus Stein, ohne Menschen, die die Kirche mit Leben füllen?“, fragte Pfarrer Jürgen Josef Eckl am Sonntag. „Sie alle machen unsere Kirche erst zum sprechenden Zeichen der Gegenwart Gottes in dieser Welt.“ Gerade in Zeiten, in denen es dich Kirche schwer hat, sei das wichtig. Am Kirchweih-Sonntag zeigten sich die Stärken und Probleme der Gegenwart: 14 Jugendliche und Kinder, die Dienst am Altar leisten wollen, wurden als Ministranten aufgenommen – langjährige Ministranten verabschiedet. „Mit unseren Stärken und Schwächen stehen wir an diesem Morgen vor unserem Herrn“, sagte er.

„Gottes Bau seid ihr“, zitierte Pfarrer Jürgen Josef Eckl aus den Briefen an die Korinther und stellte das Wort des Heiligen Paulus an denn Anfang seiner Predigt. „Die eigentliche Kirche sind die Menschen.“ Das Haus aus Stein sei eine Darstellung, deren kalte Mauern durch die Gläubigen und deren Leben, Glaube, Hoffnung und Liebe gefüllt wird. Wesentlich dafür sind die Ministranten. „Danke, dass es euch gibt, und dass ihr da seid“, sagte er zu den Ministranten. „Aus dem selben Grund tut mir das als Pfarrer weh, wenn welche von euch euren Dienst beenden.“ Unter dem Strich heißt es, man habe wichtigeres und besseres zu tun. „Ich weiß nicht, ob es wichtigeres oder besseres im Leben gibt, als Jesus zu Dienen“, fügte er an. Dass mehr Ministranten verabschiedet werden als aufgenommen sei eine bedauerliche Entwicklung, mit der auch andere Pfarreien zu kämpfen haben. „Das ist für mich kein Trost“, sagte er. „Mir ist es ein Anliegen, dass unsere Jugendlichen und Kinder eine Heimat in der Kirche haben, einen Ort an dem sie gerne sind.“ Auch außerhalb der Gottesdienste bilden die Ministranten eine starke Gemeinschaft, unternehmen zusammen Ausflüge, Aktionen, Gruppenstunden oder fahren zusammen nach Rom. Sein Appell ging an die Erwachsenen: „Liebe Schwestern und Brüder, das Bemühen eines Pfarrers hat auch Grenzen.“ Er regte an, dass sie – die Eltern und Großeltern – zum Ministranten-Dienst zu motivieren. „Lass wir nicht den Geist der Gleichgültigkeit unser Leben bestimmen“, setzte er hinzu. Die Kirche ist auf alle Bausteine angewiesen, ansonsten komme sie in eine Schieflage. „Ich verabschiede euch nicht gerne“, sagte er an die ehemaligen Ministranten gewandt, „jedoch mit Respekt und Dank und den besten Wünschen für die Zukunft.“ Ihnen überreichte er eine Urkunde und ein Franziskus-Kreuz zur Verabschiedung. Im Anschluss wurden die Kreuze für die neuen Ministranten gesegnet und ihnen übergeben. Im Anschluss an den Gottesdienst wandte sich auch Pfarrgemeinderatssprecher Werner Petschko an die Gläubigen mit einem Appell: auch die Ministranten gewinnen bei ihrem Dienst etwas dazu. Sie würden lernen, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. „Eine gute Übung für das Leben draußen, sich nicht von Beobachtern irritieren zu lassen“, sagte er. Auch in eine Gemeinschaft treten sie ein und lernen sie kennen. Die Jugendlichen unterschiedlichen Alters finden Ansprechpartner und Freunde. Und es sei ein wichtiger Grundstock zur Zwiesprache mit Gott zu finden.

(Bericht unf Foto: Melis)