/ Juni 6, 2019

 

Pfarrer Jürgen Josef Eckl zelebrierte den Festgottesdienst am Marktplatz vor dem Rathaus, im Herzen von Pilsting. Dort war eine große Bühne aufgebaut, ein Kreuz aus Saugschläuchen stand für die Verbundenheit der Wehr mit der katholischen Kirche. Der gemischte Chor unter der Leitung von Willi Gabler umrahmte den feierlichen Gottesdienst.

So weit das Auge reichte hatten sich die Vereine zur Teilnahme aufgestellt, unter der prallen Sonne und den sommerlichen Temperaturen wichen viele in den Schatten aus – einige jedoch trotzten der sengenden Sonne – vor allem die Fahnenträger. Schattenspendende Schirme wurden aufgespannt, der Pfarrgemeinderat verteilte Wasserflaschen.

„Wir feiern heute einen hohen Geburtstag“, sagte er. „Ich glaube dieses Fest – man sieht es an der Beteiligung der Bevölkerung – ist nicht nur ein Fest der Feuerwehr, sondern ein Fest für die ganze Marktgemeinde. Denn: was wäre Pilsting ohne seine Feuerwehr?“, fragte er.  „Alle sollen eins sein“, zitierte Pfarrer Eckl aus dem Evangelium. „Das heißt doch, dass wir Menschen, ohne die Gemeinschaft untereinander und mit Gott nicht weiter kommen.“ Was könne diese notwendige Gemeinschaft besser ausdrücken, als das Jubiläum der Feuerwehr. Der Dienst der Feuerwehr funktioniert nicht ohne eine Gemeinschaft. „Das wird in diesen Tagen wieder besonders eindrucksvoll deutlich, wenn man sieht, was Sie – liebe Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Pilsting – mit ihrem Patenverein und vielen helfenden Händen zusammen auf die Beine gestellt haben mit diesem großartigen Fest.“ „Ich glaube, dass der Dienst, den Sie an der Gesellschaft leisten, äußerst respektvoll anerkannt wird“, sagte er.

Im Gemeinwohl-Atlas kamen die Feuerwehren auf Platz eins. „Die Menschen nehmen sehr wohl wahr, was Sie ehrenamtlich leisten, teilweise unter Einsatz der eigenen Gesundheit und des eigenen Lebens.“ Dabei gebe es auch Menschen, die diese selbstlose Arbeit der Wehren, Rettungskräften und der Polizei behindern, weil sie meinen sich am Leid der Unfallopfer vielleicht noch mit einem Schnappschuss ergötzen müssen, oder die Sicherheitskräfte körperlich attackiert werden, das sei einfach nur traurig, sagte er. „Aber es ist auch ein alarmierendes Symptom einer immer mehr auf sich bezogenen Gesellschaft, in der sich selbst jeder der Nächste ist.“ Die Feuerwehr sei der „Gegenentwurf zu einem um sich greifenden Egoismus“, betonte Pfarrer Eckl. „Sie sind Vorbilder, vor allem auch für junge Menschen.“ Er sagt Pfarrer von Pilsting sagte er ihnen ein herzliches ‚Vergelt’s Gott‘ und fügte hinzu: „Ich rufe Ihnen mit dem Apostel Paulus zu: Werdet nicht müde das Gute zu tun. Haltet zusammen, bewahrt euch eure Gemeinschaft. Alle für Einen, einer für Alle.“

Die „betagte“ Fahne aus dem Jahr 1913 erstrahlt seit der Restaurierung durch die fachkundigen Hände der Franziskanerinnen und Stickerinnen der Paramenten- und Fahnenstickerei in Aiterhofen in neuem Glanz, am Sonntag wurde sie von Pfarrer Jürgen Josef Eckl gesegnet, ebenso die Bänder. Im Anschluss wurden die Bänder überreicht: Festmutter Uschi Haas und ihre Tochter Anna-Lena Haas überreichten das Festmutterband. „Zu Gottes Ehr‘, nehmt dieses Band – und haltet’s in Ehren“, sagte sie. Es soll sie stets erinnern, treu der Wehr zu bleiben, fest zusammen zu halten und in Freundschaft eng verbunden zu sein. Die Festdamen Selina Kroiß und Stefanie Humburg überreichten das Band der Festmädchen, Sophia Zeller und Eva Aigner überreichten das Band des Schirmherrn, Claudia Huber und Julia Santner überreichten das Band für Patenverein, Carolina Ertl und Daniela Weinzierl überreichten das Patenband an die Wehr Pilsting, Anna Zeller und Patrizia Kümpfbeck überreichten das Trauerband, Hannah Santner und Lea Stolzke überreichten das Band des Festausschusses.

(Bericht und Fotos: Melis)