/ September 17, 2018

 

Ein Sonnenblumenspalier an der Pforte des Gotteshauses St. Georg bildete den herzlichen Auftakt zum Festzug im Rahmen der Feierlichkeiten vom Katholischen Deutschen Frauenbund, Zweigverein Großköllnbach, der am Sonntag das 40-jährige Bestehen festlich feierte. Die Spitze des Zuges bildete die Jugendkapelle Großköllnbach. Es folgten die Ministranten mit dem Kreuz und die Geistlichkeit mit Pfarrer Jürgen Josef Eckl und den Konzelebranten Pater Dr. Jakob Seitz und Diakon Werner Aigner von der Diözese Regensburg.

Taferlbub und festlich gekleidete Mädchen schritten den Frauen in mit ihren blauen KDFB-Halstüchern voran, Männerverein und Eltern-Kindgruppe sowie natürlich die Ehrengäste mit Bürgermeister Josef Hopfensperger und Altbürgermeister Josef Maierhofer gaben den Frauen festliches Geleit. Im Saal des Gasthauses Egerer war alles vorbereitet für den feierlichen Tag.

Dort begrüßte Rita Schmaderer mit einem herzlichen Willkommen in „Freude und Dank“ zum 40. Jubiläum. So stand die Losung auch auf der Frauenbund-Kerze, die für diesen Anlass gestiftet worden war und neben dem blumengeschmückten Rednerpult stand.

Die Zahl an Ehrengästen war groß, so nahmen neben den Fest- und Grußrednern auch viele Gäste aus dem Ort und der Umgebung teil, darunter eine Abordnung des Männervereins, die Kirchenverwaltung mit Florian Haslbeck und Robert Ruhstorfer sowie Alois Strigl, Johanna Schwarz, die stv. Sprecherin des Pfarrgemeinderates, Josef Salzberger, Marktgemeinderat und tatkräftiger Unterstützer der Festvorbereitungen, die Mutter-Kind-Gruppe mit Leiterin Christina Lehermeier oder Hardy Scherzer, die Leiterin der Seniorengymnastikgruppen, um nur einige zu nennen.

Aus Sicht eines 80-Jährigen sind 40 Jahre jung, das beste Alter sozusagen, leitete Pater Dr. Jakob Seitz vom Prämonstratenserorden in Windberg seine Rede ein. Der Zweigverein befinde sich im besten Alter, habe Höhen und Tiefen überwunden, sei bereichert mit Talenten und Begabung. Für das Engagement sprach er seinen herzlichen Dank aus, erinnerte auch daran, dass an der Spitze des Frauenbundes, im Diözesanvorstand hauptsächlich Frauen stehen, die aus den Zweigvereinen kommen. Mit einem Geldgeschenk an den Jubelverein wünschte der das Beste für die nächsten 40, 60 und 80 Jahre.

Auch Pfarrer Jürgen Josef Eckl gratulierte herzlich und stellte das Engagement der Frauen aus Großköllnbach und Umgebung heraus. „Sie sind eine große Stütze für das Leben in der Pfarrei und bringen sich ein in das kirchliche Leben“. Eckl nannte Maiandachten, Kräuterbuschenbinden oder die Mithilfe bei vielen kirchlichen Festen. Die Frauen sein aber auch unverzichtbar geworden im gesellschaftlichen und politischen Engagement, verbänden das Soziale mit dem Kirchlichen. „Sie tragen den Glauben hinein in den Alltag“, sagte der Geistliche mit großer Freude. Als überzeugte Christen aufzutreten, sei heute wichtiger denn je. „Schenken sie Ihren Glauben weiter an Kinder und Enkel“, so sein großer Wunsch. Er ermunterte aber auch zur Einmischung in die Politik zum Beispiel bei Gleichberechtigung und Bildung. Politik, Glaube und Gesellschaft zusammenzubringen, habe sich der Frauenbund auf die Fahnen geschrieben. „Sie engagieren sich

„Gemeinsam sind wir stark“, dieses Motto habe sich auch beim Frauenbund immer wieder bewährt, sagte Bürgermeister Josef Hopfensperger in seinem Grußwort. Sie nahmen sich seit 40 Jahren der Anliegen der Frauen an, leisten praktische Hilfe , das sei eine großartige Leistung. Hopfensperger erinnerte an die Gründung am 19. September 1978 und wusste auch, dass Rita Schmaderer bereits seit nunmehr 20 Jahren Vorsitzende ist, nämlich seit 21. November 1998. Er erinnerte auch an die gemeinsamen Unternehmungen wie den jährlichen Halbtagesausflug mit dem Frauenbund und Gemeinde, der eine Wertschätzung des Vereins darstellen soll und auch angenehme Stunden bedeute. „Ob Kinder, Familie oder Beruf, die Frauen müssen immer wieder ihren Mann stehen“, anerkannte der Bürgermeister die Leistungen der Frauen. Auch er überreichte dem Jubelverein ein Geldgeschenk.

Bezirksvorsitzende Johanna Preu rief die neue Enzyklika des Papstes in Erinnerung: Nach diesem Motto „Freut Euch und jubelt, wir sind alle zur Heiligkeit berufen“ ermunterte sie die Frauen zum Feiern des Jubiläums. „Wir sind nicht nur zum Arbeiten da, sondern auch zum Feiern, und das tun wir heute. Die Säulen des Frauenbundes sind Spiritualität, Kirche und Glaube, „das ist unser Fundament“. Aber auch in der Kirche wollen wir nicht nur, dass man unsere Stimme hört, sondern dass man den Platz, den wir haben, auch würdigt.“ Sie hätten es selbst in der Hand, auch in der Politik den Frauen eine Stimme zu geben, sagte sie den Zuhörerinnen mit Blick auf die anstehenden Wahlen: „Setzen wir uns ein für unsere Rechte!“

„Was wäre unser Dorf ohne den Frauenbund“, fragte sich Johanna Schwarz, die stv. Pfarrgemeinderatsvorsitzende. Sie erinnerte an zahlreiche Ereignisse im Jahresreigen wie Seniorennachmittag, Beteiligung am Faschingsmarkt oder viele kirchliche Anlässe. Auch Michael Pulver, Vorsitzender des Männervereins, sagte, es sei immer wieder schön, gemeinsame Aktivitäten zu gestalten, erinnerte dabei auch an den Kreuzweg in der Fastenzeit oder sportliche Ereignisse wie das jährliche Vergleichskegeln, das zur Tradition geworden sei. Die erste Versammlung des Zweigvereins Großköllnbach war am 19. September 1978. 65 Frauen trafen sich damals unter Pfarrer Alois Stelzl und Diözesanseelsorger Josef Wiesmet. 54 Frauen traten sogleich dem Verein bei, erste Vorsitzende war Maria Winklhofer. Schon drei Monate später zählte man 74 Frauen, heute sind es 143, erinnerte Vorsitzende Rita Schmaderer in ihrer Festansprache.

Zum 25. Jubiläum stiftete Pfarrer Aichinger den Frauen eine Figur der Hl. Elisabeth. Mit großem Dank an die Gemeinde, die Festredner und Ehrengäste lobte sie die Zusammenarbeit auch mit anderen Gruppierungen wie dem Männerverein. Das Motto auf der Frauenbund-Kerze sage alles aus: „Freude und Dankbarkeit, was wir in den 40 Jahren erleben durften!“ Schließlich wurde für den Solidaritätsfonds des KDFB ein Sammelkörbchen herumgereicht, so dass am Ende Pater Dr. Jakob Seitz durch den Frauenbund aufgerundet eine Spende von 700 Euro überreicht werden konnte. Damit soll Frauen in Not schnell und unbürokratisch geholfen werden, sagte der Pater. Jedes Monat erreichen ihn zwölf bis 15 Anträge. Die Ursachen der Not seien vielfältig, von Krankheit über Trennung bis Altersarmut.

Damit auch der weltliche Teil gebührend gefeiert werden konnte, hatte man nicht nur musikalische Einlagen der Jugendkapelle Großköllnbach, sondern es waren auch die Wendelsküren aus Wendelskirchen verpflichtet worden. Mit Charme, Witz und einer Brise Selbstironie nahmen die sechs Frauen in ihren Lieder nicht nur sich selbst, und ihre Alttagswehwechen aufs Korn. Auch die „holden“ Herren kriegten etwas zu hören, das ihr Selbstbild ein besser wenig reflektiert. „A Mo schneidt‘ si in Finger und schreit nach seiner Frau…“, wurde die mangelnde Leidensfähigkeit des starken Geschlechts in den Mittelpunkt gerückt. Dann ging es ums Urlaub machen früher und heute, um Wellness aber auch die leidlichen Probleme wie Gewicht und Cellulite. 100 Diäten, und keine funktioniert, sangen sie nach einer bekannten Melodie, mit dem Ergebnis, dass „a bisserl Presssack, a weng a Schweinsbraten“ und derlei Köstlichkeiten am Ende doch gar nicht so schlimm sein können, denn „lieaba rund und dafür gsund“ und „Wer hat schon gern a Skelett im Bett?“ Und dann noch diese aufdringlichen jungen Herren, als sie früher als junge Frauen in den Urlaub fuhren. Mit fortgeschrittenem Alter bleiben diese Verehrer leider aus: „Schleicht’s Eich, Muchachos, lasst’s mi in Ruah! Ich brauch koan Ragazzo und auch koan Senior!“ Mit viel Beifall und Zugaben ging schließlich auch der gesellige Teil des Jubiläums am Nachmittag langsam zu Ende.

(Bericht und Fotos: Melis)