/ Juni 20, 2019

Am Dienstag hat die Pfarreiengemeinschaft Pilsting-Großköllnbach, insbesondere das Benefizium Parnkofen, Abschied von Pfarrer Simon Karlic genommen. Das Requiem zelebrierte Dekan BGR Martin Ramoser mit Domkapitular BGR Johann Ammer sowie Pfarrer Jürgen Josef Eckl und Pfarrvikar Pater Anish Jacob und weitere Mitbrüder von Simon Karlic im priesterlichen Dienst.

Simon Karlic wurde am 12. August 1945 kurz nach Kriegsende im „Tor Kroatiens“, in Vincovci, am äußersten östlichen Ende Kroatiens an der Grenze zu Serbien geboren. Ende der 1960er Jahre begann Simon Karlic ein Philosophiestudium in Zagreb, nach zwei Jahren zog es ihn an eine der rennomiertesten Universitäten Italiens – nach Padua. Zusammen mit Kommilitonen aus aller Welt studierte er Theologie und entschied sich für ein Leben als Priester. 1971 wurde er in seiner Heimatstadt geweiht, im Anschluss verbrachte er ein Jahr in Rom für die Arbeit an seinem Diplom. Als Kaplan kehrte er nach Zagreb zurück und schrieb an seiner Doktorarbeit, als ihm 1974 die Leitung der kroatischen katholischen Mission in Saarbrücken angetragen wurde – er übernahm die Leitung und war mit Leib und Seele Seelsorger, 15 Jahre lang in Saarbrücken. Ab 1989 führte ihn sein Weg ins Bistum Trier, nach Betzdorf und St. Goar, später nach Bad Breisig, einer Pfarreiengemeinschaft mit sechs Orten. 2012 entschloss er sich in den Ruhestand zu gehen, um näher an seiner Heimat zu sein suchte er nach einem Ruhestandsorts im östlichen Bayern – der damalige Dekan Johann Ammer erfuhr davon und bot ihm Parnkofen als Sitz an. Simon Karlic entschied sich – obwohl weitere zwölf Sitze seitens des Bistums im Gespräch war – für das Benefizium in der Pfarreiengemeinschaft Pilsting-Großköllnbach. Ein Jahr nach seinem 70. Geburtstag lief die traurige Nachricht wie ein Lauffeuer durch Pilsting: der beliebte Geistliche hatte einen schweren Schlaganfall erlitten und musste aufgrund der Folgen sein selbstgewähltes Zuhause in Parnkofen verlassen. Ihn hatte die Sprache verlassen und wie Dekan Ramoser betonte, traf es ihn schwer nicht mehr am Altar stehen zu können. Seinen Lebensabend verbrachte er im Caritas-Seniorenheim in Wallersdorf. Abschied nahmen seine Mitbrüder im priesterlichen Dienst und seine Freunde, auf Simon Karlic eigenen Wunsch wird er in seiner Heimat Kroatien beigesetzt.

(Text: Melis/ Fotos: privat)