/ September 15, 2018

 

Zum Fest der Kreuzerhöhung am Freitag wurde das auf Initiative von Theresia Niklas wiedererrichtete „Hohe Kreuz“ zwischen Parnkofen und Pilsting von Pfarrer Jürgen Josef Eckl gesegnet. Der Psalm 121,2 steht auf dem steinernen Sockel des Kreuzes: „Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ Im Anschluss an die Segnung waren alle Gläubigen von Theresia Niklas in das Jugendheim Parnkofen eingeladen, um das Fest der Kreuzerhöhung noch gemeinsam zu feiern.

Das Fest der Kreuzerhöhung geht auf die Heilige Helena zurück, erklärte Pfarrer Jürgen Josef Eckl beim Gottesdienst in der Benefiziumskirche St. Ottilie in Parnkofen. Die Mutter des römischen Kaisers Konstantin I. hatte im 4. Jahrhundert das Kreuz Christi bei von ihr in Auftrag gegebenen Grabungsarbeiten in Jerusalem gefunden. „Ich glaube auch heute, in unserer Zeit, ist es wichtig das Kreuz wieder zu finden“, sagte Pfarrer Eckl, im übertragenen Sinne: „Weniger als Zeichen einer Identität, unserer Kultur oder Gesellschaft, vielmehr als Zeichen unseres Glaubens und als Symbol der Liebe Gottes.“

Zahlreiche Gläubige wollten der Segnung beiwohnen und fanden sich beim „Hohen Kreuz“ wieder ein. Gut sichtbar stehe das Kreuz auf der weiten Flur, sagte Pfarrer Jürgen Josef Eckl. „Aber wir dürfen uns nichts vormachen: Viele werden achtlos daran vorüber gehen oder vorbei fahren“, sagte er. „Aber für andere ist dieses Kreuz vielleicht doch ein Ort, an dem sie die Nähe Gottes, seine Sorge für uns Menschen und für die Schöpfung besonders spüren.“ Ein Wegkreuz sei auch immer ein Wegweiser, es zeige den Weg zum Leben, und als Christ stehe man immer unter dem Kreuz. „Tun wir, liebe Schwestern und Brüder, das Unsrige, damit die Menschen die heilbringende Kraft des Kreuzes erkennen“, sagte er: das Kreuz als ein Zeichen der Liebe, als das Zeichen gegen Hass und Hetze, die in einer christlich geprägten Gesellschaft keinen Platz haben. „Ich hoffe, dass das Kreuz viele sehen“, sagte Bürgermeister Josef Hopfensperger: Vielleicht nutzen Passanten das Kreuz für ein kurzes Gebet. Theresia Niklas las ein Gedicht der Heiligen Anna Schäffer aus dem Buch „Im Leiden haben ich dich lieben gelernt“.

Nicht weit von der Stelle des wiedererrichteten Kreuzes befand sich in Niklas‘ Jugend das „Hofmann“-Kreuz. In den Plänen fand es sich mit dem Flurnamen „Am Hohen Kreuz“. Ein hölzerner Sockel, auf dem sich ein eisernes Kreuz befand, auf dem Acker der Familie Gabler. Als jedoch die landwirtschaftlichen Maschinen immer breiter wurden und der Feldweg immer mehr Platz beanspruchte, verschwand das Kreuz. Doch Theresia Niklas hat das Kreuz nie vergessen. Der Obst- und Gartenbauverein mit dem Vorsitzenden Anton Radspieler stand ihr von Anfang an mit Rat und Tat beiseite, wie sie erzählte. Der OGV Pilsting übernahm die schützende Begleitbepflanzung mit zwei Säulenhainbuchen „Frans Fontaine“ und roten Bodendeckerrosen. Bei Pfarrer Jürgen Josef Eckl fand sie in ihrem Vorhaben Unterstützung, ebenso bei der Gemeinde Pilsting. Die Familie Zeller und die Familie Christl, auf deren Pachtgründen sich das neue Hohe Kreuz befindet, hatten ebenfalls ein offenes Ohr für sie. „Neu“ ist das wiedererrichtete Kreuz nicht, Niklas wollte ein Kreuz mit Geschichte. Sowohl der steinerne Sockel, als auch das Kreuz selbst und die Darstellungen des Gekreuzigten und der Muttergottes haben einen neuen Platz zwischen Parnkofen und Pilsting gefunden.

(Text und Foto: Melis)