/ August 27, 2020

 

Im Zeichen reiner Dankbarkeit hat Pfarrvikar Pater Anish Jacob (VC) am Samstag und Sonntag Abschied genommen von der Pfarreiengemeinschaft Pilsting-Großköllnbach mit den Benefizien Ganacker und Parnkofen. „Der Heilige Franz von Sales, mein Namenspatron, sagte einmal: blühe dort, wohin du gepflanzt worden bist“, sagte Pater Anish zum Einstieg. „Im übertragenen Sinn durfte ich fünf Jahre lange in dieser wunderbaren Pfarrgemeinschaft blühen.“

Beim Vorabendgottesdienst am Samstagabend in der Pfarrkirche Pilsting nahm Pater Anish von seinen Wegbegleitern in Pilsting mit warmen Worten Abschied. Musikalisch umrahmt wurde der feierliche Gottesdienst von Willi Gabler an der Orgel und Doris Wühr als Solistin. Von der Pfarrei Pilsting bekam Pater Anish Jacob ein handbestickte Stola aus Rom, das in der katholischen Kirche Alleinstellungsmerkmal des priesterlichen liturgischen Gewandes ist.

Einen sehr berührenden Abschied nahm die Pfarrei Großköllnbach von Pfarrvikar Pater Anish Jacob am Sonntag in der Kirche St. Georg. Schnell hatte sich die Kirche nach Corona-Vorgabe gefüllt, im Freien waren die vorsorglich aufgestellten Bänke ebenso gut belegt. Pfarrvikar Pater Anish Jacob zelebrierte die Heilige Messe, Pfarrer Jürgen Josef Eckl stand ihm als Konzelebrant bei Seite, musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von Kirchenmusikerin Motoko Matsuno und dem Großköllnbacher Chor.

Zum 1. September wird Pater Anish zur Seelsorgerische Tätigkeit nach Waldmünchen, Landkreis Cham berufen. Er dankte in seiner persönlichen Ansprache den Bürgern und besonders den Gläubigen, die ihn hier im Ort herzlich aufnahmen: „Ich habe hier sehr viel an freundlicher Unterstützung und Hilfsbereitschaft erlebt und sehr viele herzliche Eindrücke sammeln können. Dabei kam ich direkt aus Indien hier in der Pfarreiengemeinschaft an und hatte anfangs noch Schwierigkeiten mit der Sprache. Sie aber haben mich mit offenen Armen empfangen.“ Besonders dankte Pater Anish dem ehemaligen 1. Bürgermeister Josef Hopfensperger, seinem Nachfolger Martin Hiergeist und dem Gemeinderat.

„Eine Kirchengemeinde, eine Gemeinschaft lebt auch durch ihre Vereine“ so Pater Anish. Ein herzliches „Vergelts Gott“ richtete er an alle weltlichen und kirchlichen Vereine, mit denen viele unterhaltsame und schöne Stunden verbracht wurden. „Wir haben viele Taufen, Geburtstage, Jubiläen und Hochzeitsfeiern gefeiert, und wir haben gemeinsam gelitten, gelacht und gebetet.“ Einen besonderen Dank richtete Pfarrvikar Pater Anish an Pfarrer Jürgen Eckl: „Es war mir eine große Ehre, hier zusammen mit ihm ihr Seelsorger sein zu dürfen.“ Zu seiner Abberufung und Versetzung sagte Anish: „Gerne wäre ich noch ein paar Jahre hiergeblieben. Aber der Mensch denkt und Gott lenkt. Darum ist es nun Zeit weiterzuziehen. Machen wir uns auf den Weg.“ Mit dem Zitat von Salvador Dali „Im Abschied ist die Geburt der Erinnerung“ und einem ehrlichen und gefühlvollen „Auf Wiedersehen, Servus und Pfiad euch“ verabschiedete sich Pater Anish von der Kirchengemeinde.

Pfarrer Jürgen Eckl erinnerte in seiner Abschiedsrede daran, wie Pater Anish 2015 nach Pilsting als Pfarrvikar zur besonderen Verwendung in der Diözese gekommen ist: „Schnell hast du dich hier eingefügt. Mit viel Fleiß und Engagement hast du die deutsche Sprache gelernt…. Du bist den Menschen immer freundlich und mit einem Lächeln begegnet und du hast dir Zeit für sie genommen. Das alles sind Dinge, die die Menschen in Pilsting und Großköllnbach, Parnkofen und Ganacker an dir schätzten.“ Auf Pater Anish konnte man sich verlassen. Der Anruf aus Regensburg kam für alle unerwartet, mit der Nachricht der Versetzung als Pfarrvikar nach Waldmünchen. „Lieber Pater Anish, wir lassen dich nicht gerne ziehen.“ Es gehöre zum priesterlichen Dienst, so schmerzlich es auch ist, immer wieder neu aufzubrechen, bereit zu sein, die anvertraute Herde auch andernorts zu Christus zu führen. „Du warst bei meinem Vorgänger Pfarrer Ammer und bei mir immer ein zuverlässiger und vor allem loyaler Pfarrvikar und ein äußerst angenehmer Mitarbeiter, bei dem ich die übertragenen Aufgaben in guten Händen wusste. Dafür, für das persönliche gute Miteinander, all deine Hilfe will ich heute ein von Herzen kommendes Vergelts Gott sagen.“ Anschließend überreichte Pfarrer Eckl als Abschiedsgeschenk und zur Erinnerung liturgische Gewänder, einen Talar und einen Chorrock, überreicht von Doris Westermeier, sowie für die persönliche Gestaltung der Einrichtung des Pfarrhauses in Waldmünchen eine Zuwendung.

Bürgermeister Martin Hiergeist überbrachte die besten Wünsche auch von 2. Bürgermeister Hans Weichselgartner und dem gesamten Marktgemeinderat. Er dankte Pater Anish für seine in den fünf Jahren stets freundliche und mitfühlende Arbeit in der Gemeinde. Er sei nicht nur in Großköllnbach sehr engagiert gewesen, sondern war im gesamten Gemeindebereich ein gern gesehener Seelsorger: „Sie waren immer für alle da.“ Er sei als Fremder gekommen und gehe als Freund.

In Pilsting sprach Werner Petschko, Sprecher des Gesamtpfarrgemeinderates, seine Abschiedsworte. Fehlen wird ihm, wie er heraus hob, sein Lächeln. „Ich habe Pater Anish nie ohne Lächeln erlebt“, betonte er. „Ein Lächeln, das wirkliche Lebensfreude ausstrahlt.“ Das andere, das er vermissen wird, ist seine Stimme, „seine Gesangesstimme“, wie er schwärmte. „Und als drittes werden wir natürlich ihn selbst vermissen.“ Im Namen des Pfarrgemeinderates überreichte er einen kleinen Zuschuss zur Einrichtung und ein Erinnerungsgeschenk in Form eines irischen Kleeblattes, passend zum Abschluss-Lied in der Kirche „An Irish Blessing“ in der deutschen Form. Auch die Ministranten verabschiedeten Pater Anish Jacob, für sie sprach Anna-Lena Kiermeier. „Als sie 2015 zu uns gekommen sind, haben wir schnell gemerkt, dass Sie ein netter, sympathischer und vor allem humorvoller Mensch sind“, sagte sie. „Sie hatten immer ein offenes Ohr für uns und waren immer für uns da.“ Für den neuen Weg, der sie für ihn auftut, wünschten die Ministranten ihm nur das Beste. „Bleiben Sie, wie Sie sind“, sagte Anna-Lena Kiermeier, „und genießen Sie ihre Zukunft in Waldmünchen.“ Als Erinnerung hatten sie, passend zu seinem Zitat des Heiligen Franz von Sales, einen Baum für ihn als Geschenk, an den Ästen baumelten bunte Zettel mit persönlichen Worten für ihn.

Johanna Schwarz vom Pfarrgemeinderat dankte in Großköllnbach Pater Anish für seine stets freundliche und heitere Erscheinung bei Festen und Feiern, seine mitfühlenden Worte und die würdigen Ansprachen. „Sie waren immer für ihre Schäfchen da.“ Bei einem kleinen Empfang beim Dorfhaus konnte jeder in einem persönlichen Gespräch mit Pater Anish auf die schönen, freudigen, aber auch einfühlenden und tröstenden gemeinsamen Gespräche in den fünf Jahre Rückblicken.

(Bericht und Fotos: S. Melis)