Erntedank in der Pfarreiengemeinschaft

Kürbisse leuchten in satten Farben, rote und gelbe Paprika, Kohl, Gurken und Zucchini, dazu Kartoffeln, Körner und Mais, ein saftiger Brotlaib in der Mitte und viel Blumenschmuck: Der Erntealtar in der Pfarrkirche Pilsting ist wieder von Kolping geschmückt worden und zeigt die reichhaltige Ernte des Jahres. In diesem Jahr ist er mit einer Besonderheit ausgestattet: einer Erntekrone aus gebundenen Getreideähren. Erntedank sei auch das Fest, auf das eigene Leben zu schauen, sagte Pfarrer Jürgen Josef Eckl in seiner Predigt. „Zu diesen Gaben darf ich auch die Früchte meines Lebens dazulegen“, so der Geistliche, „alles, wofür ich dankbar bin, was geglückt ist – aber auch das, was noch am Wachsen ist, das Unvollendete“. Pfarrer Eckl unterstrich, dass niemand es besser wisse als die Landwirte, wieviel Mühe und Energie es koste, die Pflanzen, Tiere und Höfe zu pflegen. Zumal die Unwägbarkeiten des Wetters dazukamen. „Und so mancher wird auch ein wenig stolz sein auf die Früchte, die der Garten und die Felder hervorbrachten und die nun die Erntespeicher und Vorratskammern füllen“, sagte er, „wenn wir die Erntegaben sehen, dann kann einem wirklich das Herz aufgehen“. Das Evangelium des Tages aber spreche von einem Mann, der eine gute Ernte hatte und sich über den unverhofften Segen freut. Dabei versuche er alles, um den Ertrag bevorraten zu können und malt sich ein sorgenfreies Leben aus. „Doch Gott bremst ihn in seiner Freude, denn er fordert sein Leben zurück“, sagte Pfarrer Eckl. Damit mache Gott deutlich, was man in Bayern mit der Redewendung „Das Totenhemd hat keine Taschen“ zusammenfasst: „Der ganze Reichtum, den ein Mensch ein Leben lang anhäuft, ist angesichts unserer Endlichkeit nichtig.“ Der Mann aus dem Evangelium hatte seine ganze Sorge auf sein eigenes, materielles Wohlergehen gelegt. „Doch das leibliche Wohl ist nicht das allein Entscheidende“, sagte er, „und Gott macht ihm das auf sehr drastische Weise deutlich“. Das Evangelium wolle den Blick der Menschen weiten. Der Sinn des Lebens bestehe nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebe. „Vor Gott zählen andere Dinge als die, die uns heute so wichtig sind.“

(Fotos und Text: S. Melis, C. Melis, P. Chettaniyil, Kolping)
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