/ Mai 14, 2018

 

Am Samstagabend wurde in Pilsting mit den Freiwilligen Feuerwehren Pilsting und Ganacker, Harburg und Waibling-Parnkofen der Florianitag gefeiert. Dem Gottesdienst in der Pfarrkirche, zelebriert von Pfarrer Jürgen Josef Eckl, schloss sich die Florianiprozession durch Pilsting an. Beim Gottesdienst wurde in besonderer Weise an die verstorbenen Kameraden gedacht und dem Heilige Florian als Patron, aber auch als Vorbild in seiner tiefen Nächstenliebe.

Gebete, so sagte Pfarrer Jürgen Josef Eckl, werden meist schweigend gesandt, sie sind persönlich und nur selten werden sie laut ausgesprochen. Anderes erzählt es das Evangelium nach Johannes: „Es ist Jesus, der da laut betet“, sagte Pfarrer Eckl. „Es ist die Stunde des Abschieds.“ Nur kurz nach diesen Ereignissen, von denen Johannes erzählt, wird Jesus fest genommen und verurteilt. In jenem Moment des Abschiednehmens lässt er durch Johannes die Menschen teilhaben und mit seinem Gebet, seinem Testament, in sein Herz. Das Gebet spricht auch von der Einheit: „Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.“ In der Kirchengeschichte wird deutlich, dass die Christen sich oft voneinander entfernen, das passiert auch in der Pfarreiengemeinschaft – sogar in der kleinsten Einheit, der Familie. „Da haben wir alle Luft nach oben“, erinnerte er. „In dieser tiefen Verbundenheit mit den Schwestern und Brüdern im Glauben kann uns auch der Heilige Florian ein Vorbild sein“, sagte Pfarrer Eckl. Einst römischer Statthalter stand er im 4. Jahrhundert kompromisslos für seine Brüder und Schwestern ein – und erlitt dabei den Märtyrer-Tod. „Im Leben des Heiligen Florian, die Feuerwehren als ihren Patron erwählt haben, spiegelt sich vor allem aber auch das Gebot der Nächstenliebe wieder.“ Sie setzen sich ein für ihre Mitmenschen, vielfältig in Not und Gefahr. Und sind physisch, aber und vor allem seelisch immer wieder mit großem Leid konfrontiert. „Das kann man nur tun, da bin ich mir sicher, wenn da viel Idealismus dahinter steckt. Aber auch Menschenfreundlichkeit“, sagte er. „Und genau das ist es, was Jesus uns aus dem Evangelium heraus aufträgt.“ Er rufe die Christen auf für andere ein- und zusammen zu stehen und einander zu helfen, aus Liebe zum Nächsten, aber auch zur größeren Ehre Gottes.

Mit den Ministranten und Pfarrer Jürgen Josef Eckl voran und den Fahnenabordnungen aus Pilsting, Ganacker, Harburg und Waibling-Parnkofen dahinter stellten sich die Mitglieder der Wehren zum Zug durch den Marktkern auf. Gesichert wurde die Feierlichen Prozession von der Feuerwehr Pilsting mit ihren Aktiven, die die Straße für die Teilnehmer sperrten. An dem Zug von der Kirche aus durch die Straßen des Markt Pilsting nahmen unter anderem Bürgermeister und Ehrenkreisbrandmeister Josef Hopfensperger, der stellvertretende Bürgermeister Martin Hiergeist sowie Ehrenbürger und Ehrenkreisbrandmeister Josef Haas teil. Zurück an der Kirche wurde insbesondere den Verstorbenen gedacht und mit einem Gebet und dem Segen fand der Florianitag seinen Abschluss. Bürgermeister Josef Hopfensperger bedankte sich bei allen Teilnehmern sowie Pfarrer Eckl. „Ich glaube, Sie haben der Feuerwehr aus dem Herzen gesprochen: wir sind immer da, wenn Gefahr droht.“

(Bericht/Fotos: Melis)