/ Juni 12, 2020

 

Zu Fronleichnam, am zweiten Donnerstag nach Pfingsten, haben die Gläubigen der Pfarreiengemeinschaft Pilsting das Hochfest des Leibes und Blutes Jesu Christi in Pilsting mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel gefeiert. „Heute am Fronleichnamsfest treten wir gedanklich noch einmal ein in den Abendmahlssaal“, sagte Pfarrer Jürgen Josef Eckl zu den Gläubigen. „Wir können den Wert der Eucharistie nicht hoch genug schätzen.“ Normalerweise findet eine prunkvolle Prozession durch die Straßen von Pilsting oder Ganacker statt, in diesem Jahr fand der Gottesdienst im Pfarrhofvorplatz statt. Im Anschluss an den Gottesdienst erteilte Pfarrer Jürgen Josef Eckl den Eucharistischen Segen in alle vier Himmelsrichtungen, dieser solle ein „großer, öffentlicher Segen sein für unsere Marktgemeinde, unsere Familie, für uns alle.“

Flankiert wurde das Hochfest von den Fahnenabordnungen aus der Pfarrei, und den Benefizien, von den katholischen Verbänden, den weltlichen Vereinen und von den Freiwilligen Feuerwehren, auch die Vorsitzenden der Vereine und Verbände nahmen an der Feier teil und die Politik mit Bürgermeister Martin Hiergeist, seinem Stellvertreter Hans Weichselgartner und dem Amtsvorgänger Josef Hopfensperger. Musikalisch umrahmt wurde das Fest von Willi Gabler.

In seiner Predigt bezog sich Pfarrer Jürgen Josef Eckl auf die sogenannte „Brotrede“, ein Schlüsseltext im Evangelium nach Johannes. Nach dem Ausschnitt der Lesung geht der Text noch weiter, erklärte er. Die Zuhörer von Jesu‘ Worten murren. „Die Menge, die Jesus vor wenigen Minuten noch zujubelte, als er das Brotwunder wirkte und alle satt machte, dieselbe Menge löst sich allmählich auf.“ Sie gehen, weil ihnen die Einsicht fehlt, verstehen das Geheimnis der Eucharistie nicht. „Und als sich die meisten aus dem Staub gemacht haben und nur mehr die zwölf Apostel um ihn versammelt sind, fragt er auch sie: Wollt auch ihr weggehen“, erzählte er weiter. „Und da sagt Simon Petrus den entscheidenden Satz, der mich jedes Mal bewegt: Herr, zu wem sollen wir gehen?Du hast Worte des ewigen Lebens.“ Pfarrer Eckl betonte, dass er diesen Satz so entscheidend finde, weil er gleichzeitig ein Bekenntnis sei. „Nirgends sonst finden wir Erfüllung als in Jesus Christus“, sagte er. „Wenn man allen Schein, alles Vordergründige und Vergängliche weg lässt, ist er alternativlos. Alle anderen Wege dieses Lebens führen am Ende ins Nichts.“

Ein Sprung in der Zeit offenbare so manche Parallele, sagte er. „Da sind die, die bleiben. Trotz manchen Zweifels, trotz mancher Anfechtung im Glauben; weil ihnen ehrlich etwas an Jesus liegt“, erklärte er . „Und da gibt es auch Menschen – es sind nicht wenige – die nicht verstehen.“ Die, die gehen, weil ihnen die Botschaft Jesu zu hart ist, weil sie enttäuscht sich und etwas anderes, größeres erwartet hätten. „Jesus möchte unseren Hunger stillen“, erklärte er, dabei gehe es um die Sehnsucht nach Leben, nach dem Sinn des Lebens, nach dem Gelingen. Die Menschen unternehmen viel, um diese Art von Hunger zu stillen: die berufliche Karriereleiter hochklettern, große Reisen, nur um sagen zu können „ich bin da gewesen“. „Verstehen Sie mich nicht falsch“, sagte er. „all das soll uns nicht madig gemacht werden. Das ist alles nichts Falsches. Das darf sein.“ Er fuhr fort: „Aber machen wir nicht den Fehler, von diesen Dingen die Erfüllung zu erwarten.“ Auf den Hunger nach Liebe, Angenommensein, nach Frieden, Freundschaft und Wohlergeben gebe es nur eine ehrliche Antwort: Es ist das Wort Jesu: „Ich bin das Brot des Lebens“.

 

Bericht und Fotos: S. Melis