/ August 14, 2019

 

Am Mittwoch haben die Kinder im Rahmen des Ferienprogramm Pilsting die Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt in Pilsting besichtigt. Dabei lernten sie auch die Bereiche kennen, die normalerweise nicht zugänglich sind und auch Besonderheiten wurden ihnen von Pfarrer Jürgen Josef Eckl aufgezeigt.

Am heutigen Donnerstag feiert die Pfarrkirche „Namenstag“, wie Pfarrer Eckl den Kindern erklärte. „Da feiern wir ein großes Fest“, sagte er. „Schauen wir uns mal die Kirche genauer an“, forderte er die Kinder auf. Die Kinder machten allerhand Details von außen ausfindig, unter anderem der große Turm mit der Uhr. „Wofür brauchen wir eine Kirchturmuhr, wenn jeder ein Handy hat?“, fragte er und blickte in ratlose Gesichter. Er erklärte, dass die Uhr zu einer Zeit entstanden ist, in der es eben noch keine Handys gab, aber dass die Uhr – und die vier Glocken – auch heute noch einen wichtigen Dienst erfüllen: sie läuten zu den Gottesdiensten, zu den Zeiten des Angelus-Gebets, um die Menschen daran zu erinnern, aber auch zu Beerdigungen. Von den vier Glocken ist zweitgrößte auch gleichzeitig die Älteste. Rund 18 Meter über dem Kirchenschiff bietet sich eine Welt voller wuchtiger Konstrukte, die es später an diesem Tag für die Kinder zu erforschen galt. 66 Meter ist der Turm hoch, dort ist das „Wohnzimmer“ der vier massiven Glocken. Auch das Innere der überwiegend gotisch gestalteten Kirche besichtigten die Kinder. „Wann wurde denn die Kirche gebaut?“, wollte der Pfarrer wissen und bekam, nach einigem Zögern, diverse Antworten, bis hin zu „so alt wie Jesus“. „Nein, so alt nicht“, sagte er. „1492 ist sie gebaut worden.“ In der Kirche bekamen die Kinder die Funktion der Kanzel erklärt, aber auch den Heiligenfiguren widmeten sie sich, darunter auf dem linken Seitenaltar die Gnadenfigur der Heiligen Muttergottes. Es ist die legendäre spätgotische Marienfigur, wobei die Mutter Gottes das Christuskind im rechten Arm hält. Auf dem rechten Seitenaltar wacht die Heilige Katharina von Alexandrien und daneben, hinter Glas, steht der Heilige Sebastian. Auch die Ikonographie der Figuren erklärte er den Kindern: bei Katharina der Palmzweig und das Schwert, das Kreuz und Buch sowie das Rad, bei Sebastian die Pfeile. Auch durften die Kinder einen Blick in die Sakristei werfen und konnten sich das liturgische Gerät, den Kelch, die Patene oder das Ziborium genauer ansehen, ebenso die Monstranzen der Kirche inklusive der ältesten Monstranz, die eine Reliquie des Heiligen Kreuzes beinhalten soll. Auch die liturgischen Farben der Gewänder der Priester und Ministranten bekamen sie erklärt. Im Anschluss ging es hinauf über die Kirche, zur Orgel und die vielen, vielen Stufen hinauf zum Glockenturm. Ein Blick aus den Fenster, durch die Lamellen, die den Schall lenken, gibt den Blick in alle vier Himmelsrichtungen über Pilsting preis. Zwischen Glockenturm und Orgel sind noch Ebenen, die nicht weniger interessant sind, unter anderem hin zum „Heilig Geist“-Loch.

(Text und Bilder: Melis)