/ Juli 20, 2020

 

Am Donnerstagabend wurde im kleinen Rahmen der Abschluss des Kindergarten-Jahres gefeiert. Sieben Elternbeiratsmitglieder wurden im Zuge der kleinen Feierlichkeit verabschiedet, dazu aus dem Kreis der Mitarbeiterinnen Stefanie Zeller, Sabrina Schott und Sabine Mubarriz. Nach fast 42 Jahren trat Elisabeth Hackl, die „heimliche Leitung“ der Kindertagesstätte, ihren wohlverdienten Ruhestand an. Für ihre Kolleginnen war sie der empathische Ruhepol im Haus und sie verpflichteten sie, auch im Ruhestand ihre ehemaligen Kolleginnen zu besuchen. „Elisabeth, wir werden dich wahnsinnig vermissen, du wirst uns fehlen“, sagte Mareike Bogner, Leiterin der Kindertagesstätte Pilsting zu ihr, „es war uns eine Ehre.

„Dieses Kita-Jahr war und ist ein besonderes Jahr, obwohl es ganz normal und unspektakulär begann“, sagte Mareike Bogner, Leiterin der Kindertagesstätte Pilsting. Die Martinsfeier wurde abgehalten, ebenso Feiern um Weihnachten und Fasching. Die Planungen für’s Frühjahr waren im vollen Gange – und dann kam Corona. „Die Situation hat uns alle überrannt“, sagte sie. „Es musste viel umstrukturiert und leider auch einiges abgesagt werden, aber am schlimmsten war, dass unsere Häuser so lange ohne Kinderlachen waren.“ Erst nach fünf langen Wochen kamen die Kinder zurück und das Haus füllte sich wieder mit Leben. Der größte Dank von Mareike Bogner galt ihrem Team. „Ihr habt in den letzten Wochen und Monaten wirklich einiges geleistet“, sagte sie, „und trotz eigener Unsicherheit oder auch Angst gegenüber der neuen Situation und dem Umgang mit dem Virus eure Arbeit an und mit den Kindern hervorragen umgesetzt. Ich bin sehr stolz auf euch.“ Für sein umsichtiges Handeln dankte die Kindertagesstättenleiterin Pfarrer Jürgen Josef Eckl. Er sei stets ein zuverlässiger Ansprechpartner. Auch den Elternbeiratsmitgliedern galt ihr Dank. „Leider war wegen Corona nur ein Fest möglich – aber hier wurden wir wieder tatkräftig unterstützt.“ Neben sieben Elternbeiratsmitgliedern wurden auch Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätte verabschiedet. Stefanie Zeller tritt eine Stelle in Simbach an, für Sabrina Schott geht die Ausbildung an der FAKs in Landshut weiter und Sabine Mubarriz legt ein Sabbat-Jahr ein.

Emotional wurde der Abschied von Elisabeth Hackl, die nach fast 42 Jahren ihren wohlverdienten Ruhestand antritt. 1978 trat Elisabeth Hackl ihre Stelle als Berufspraktikantin an und ein Jahr später als Erzieherin. In den Anfangsjahren wurde das „Haus für Kinder – Santa Maria“ noch von Schwestern des Ordens armer Schulschwestern geleitet. „Das hat auch dich in deiner Arbeit mit den Kindern geprägt“, sagte Mareike Bogner. Während ihrer Dienstzeit hatte sie vier Pfarrer als „Oberste Chefs“ und sieben Leitungen, mit sieben Kolleginnen begann sie ihren Dienst, mittlerweile sind es 29 Damen. „Mit allen bist du gut zurecht gekommen und hast sie jederzeit unterstützt, weil die heimliche Leitung warst immer du“, sagte sie. In vier Jahrzehnten hat sich sowohl das Haus als auch der Beruf verändert. Früher lag das Hauptaugenmerk auf der Vermittlung der Basis- und Kernkompetenzen, der Wertevermittlung mit Hinblick auf die Schulfähigkeit, in den letzten Jahrzehnten stand die Weiterentwicklung und Neuausrichtung im Fokus. „All diesen Dingen bist du immer aufgeschlossen gegenüber gestanden und hast dich einfach mitverändert“, sagte die Kindertagesstättenleiterin zu Elisabeth Hackl. Mit der Weiterbildung über Maria Montessori und deren Pädagogik in den Jahren 1999/2000 hat Elisabeth Hackl einen großen Meilenstein für das Haus gesetzt. Mit ihrer Hilfe wurde das Leitbild in allen Gruppen umgesetzt. Vor fünf Jahren installierte sie die Lernwerkstatt, wovon alle Kinder des Hauses profitieren. „Es war eine lange, aber eine schöne, eine sehr schöne Zeit“, sagte Elisabeth Hackl zu ihren Kolleginnen. „Ich möchte keinen Tag missen.“ Sie sei dankbar dafür, dass sie so viele Kinder bei der Entwicklung begleiten durfte. Den Hauptanteil an der schönen Zeit tragen die Kolleginnen. Man verbringe so viele Stunden am Tag, das ganze Jahr miteinander, dass die Kolleginnen zur zweiten Familie werden.

„Wir blicken auf ein Kindergartenjahr, das viele Herausforderungen mitgebracht hat“, sagte Pfarrer Jürgen Josef Eckl. Er dankte seinerseits dem Elternbeirat, die manchmal auch als „Puffer“ fungieren mussten, für ihr Verständnis. „Es ist auch nicht selbstverständlich, dass man sich in ein solches Gremium einbringt“, betonte er. „Die große Herausforderung für euch als Team war die Corona-Krise, in die man gestolpert ist“, sagte er zu seinem KiTa-Team. Erstmal hieß es: Improvisieren. Aber das gelang. „Ich werde‘ von Jahr zu Jahr stolzer auf meine Kindertagesstätte“, betonte er. „Mir verlangt es wirklich großen Respekt ab, dass man so lange dieser nicht einfachen und nicht einfacher werdendenen Aufgabe treu bleibt“, sagte er zu Elisabeth Hackl. „Ich glaube, Sie sind hier am genau richtigen Platz gewesen.“

(Fotos und Text: S. Melis)