/ August 21, 2020

 

Zum ersten Mal hatte Pater Anish Jacob mit den Gläubigen des Benefiziums Ganacker am Sonntag einen Gottesdienst im Pfarrgarten unter freiem Himmel zelebriert. Zugleich war es auch seine letzte Heilige Messe im Benefizium Ganacker, zum Abschied kamen zahlreiche Gläubige, um dem Pfarrvikar auf seinem weiteren Weg alles Gute zu wünschen, darunter sowohl die Mitglieder der kirchlichen Gremien des Benefiziums wie auch Bürgermeister Martin Hiergeist. Die Stühle, mit einigem Abstand zueinander aufgestellt, waren alle besetzt, musikalisch untermalt wurde der Gottesdienst von Ludwig Rauch am Keyboard mit Korbinian Rauch, der sich um die Technik kümmerte.

In seiner Predigt sprach Pater Anish Jacob über die verzweifelte, kanaanäische Frau aus dem Evangelium nach Matthäus. „Die Frau ist überzeugt: Gott erbarmt sich aller Menschen“, sagte er und fügte hinzu: seine Freigiebigkeit hat keine Grenzen. „Echter Glaube gibt die Hoffnung auf Gott nicht auf, auch wenn es ziemlich aussichtslos steht.“ Beispiele dafür gäbe es viele in der Bibel, von Abraham, Jakob bis Hiob. Auch die Frau, obwohl Heidin, hatte ein unerschütterliches Vertrauen und so blieb sie bei Jesus. „Sie hat die Glaubensprobe bestanden.“ Die Geschichte der Frau zeige, dass Gott die Menschen in Sorge und Not nicht im Stich lässt. „Gott ist für uns da“, sagte er und fügte hinzu: „Der Glaube ist ein Geschenk Gottes“, schloss er.

Es war an Brigitte Karl und Ingrid Vilsmeier sich im Namen des Pfarrgemeinderates, der Kirchenverwaltung Ganacker und des Benefiziums insgesamt sich von Pater Anish Jacob zu verabschieden. Zum 1. September wechselt er nach Waldmünchen-Ast im oberpfälzischen Landkreis Cham. Fünf Jahre hielt Pfarrvikar Pater Anish in der Leonhardi-Kirche Ganacker Heilige Messen und Gottesdienste. „Schön waren auch die Bittgänge nach Gosselding mit Ihnen“, sagte sagte Brigitte Karl, „Sie sind immer mit einem Lächeln im Gesicht zu uns gekommen. Für Ihre Freundlichkeit und Ihre Dienste in unserem Benefizium möchten wir Ihnen ein herzliches ‚Vergelt’s Gott‘ sagen.“ Mit einem Geschenk verabschiedeten sich die Mitglieder der Gremien von ihm.

„Nach fünf Jahren Seelsorgedienst bei Ihnen ist es heute für mich an der Zeit auf Wiedersehen zu sagen“, sagte er. „Es ist heute an der Zeit für das, was war, Danke zu sagen, damit das, was werden wird, unter einem guten Stern beginnt.“ Er habe viel an freundlicher Unterstützung und Hilfsbereitschaft erlebt, und konnte zudem viele Erfahrungen und Eindrücke sammeln. „Heute ich möchte ihnen allen für ihre Geduld und Aufmerksamkeit, die sie mir entgegen gebracht haben, sehr herzlich danken“, fügte er hinzu. „Ich bin Gott sehr dankbar, dass die erste Etappen zu ihnen hier her geführt hat.“ Er zitierte Salvador Dalí: „Ein Abschied ist die Geburt der Erinnerung.“

Mit dem Abschluss-Lied „Segne du, Maria“ riss der graue Himmel auf und die Sonne schien an der Kirchturmspitze der Benefiziumskirche St. Leonhard vorbei auf die Gottesdienst-Teilnehmer, die sich einzeln noch bei Pater Anish schweren Herzens verabschiedeten.

(Text und Bilder: S. Melis)