/ Februar 19, 2020

 

„Liebe ist Arbeit“ heißt es im Volksmund. „Zu allererst ist Liebe eine Gabe, ein Geschenk“, sagte Pfarrer Jürgen Josef Eckl am Samstagabend. Am Tag nach dem Gedenktag des Bischof Valentin hatte die Pfarreiengemeinschaft in die Pfarrkirche Pilsting geladen, speziell Paare, um den Segen Gottes zu erbitten. Musikalisch umrahmt wurde der feierliche Gottesdienst von Willi Gabler an der Orgel und Doris Wühr als Solistin.

Am Samstagabend hörten die Gläubigen das Hohelied der Liebe aus dem ersten Brief des Apostel Paulus an die Korinther. „Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.“ Darauf nahm Pfarrer Jürgen Josef Eckl auch in seiner Predigt Bezug.

Pfarrer Eckl rekapitulierte die Legende vom Heiligen Valentin, dem Patron der Liebenden. Um das Leben von Valentin ranken sich viele Geschichten. Valentin, der im dritten Jahrhundert als Bischof von Terni in Umbrien amtierte, starb um das Jahr 268 in Rom als Märtyrer. Er traute junge Paare auch gegen den Willen der Eltern. „Recht viel mehr wissen wir eigentlich nicht über ihn, außer, dass er – wie so viele in seiner Zeit – der Christenverfolgung zum Opfer fiel. Am Tag des Heiligen Valentin steht die Liebe im Mittelpunkt. „Liebe will gefeiert werden, sie will gepflegt werden“, sagte Pfarrer Eckl. „Man könnte sie mit einer Rose vergleichen.“ Drei Rosen hatte Pfarrer Jürgen Josef Eckl, die er jeweils als Symbol verschiedenster Attribute auf den Altar legte. Die Rose ist das Symbol der Liebe schlechthin. „Die Rose nährt sich von Zuwendung, von Wasser, und die Liebe nährt sich von der Aufmerksamkeit“, sagte er. „Mit viel Liebe kann die Rose wachsen und sie kann blühen, das braucht Zeit.“ Gerade ältere Rosenstöcke sind die, die farbenfrohsten und prächtigsten Blüten hervor bringen. „So ist es oft auch in der Liebe“, betonte er. „Die Liebe ist am Schönsten, wenn sie Zeit hat.“ Wenn man, wie ein knorriger Rosenstrauch, den Stürmen des Lebens getrotzt hat und dennoch in Liebe und Treue zusammen steht. Auch die Ausgewogenheit in einer Beziehung sei wichtig. „Liebe ist zum Verschenken da, aber auch zum Beschenkt werden“, hob er hervor. „Sie ist gratis, aber deshalb nicht umsonst.“ Die dritte Rose stand für den dritten im Bunde: Gott selbst. „Gott selbst ist der Ursprung aller Liebe“, sagte er. „Gott hat uns zuerst geliebt, schreibt Johannes in seinem Brief, und zwar liebt er uns bedingungslos.“ So ist er das Vorbild für das menschliche Miteinander, ohne Bedingung, sondern nur um einen selbst. Nach dem Abschluss-Segen traten Paare an den Altar, um zusammen den Segen Gottes zu erbitten.

(Fotos: Melis)