/ November 5, 2020

 

 

Am Sonntag wurde das Hochfest Allerheiligen mit feierlichen Gottesdiensten und am Dienstag der Allerseelentag als Gedächtnis aller Verstorbenen in der Pfarreiengemeinschaft Pilsting-Großköllnbach mit dem Benefizien Parnkofen und Ganacker begangen. „Im heutige Fest Allerheiligen feiern und erkennen wir in der Vielfalt der Lebens- und Glaubensgeschichten der Heiligen, wie Christus immer wieder Menschen in diese Heiligkeit führt“, sagte Pfarrer Jürgen Josef Eckl am Sonntagvormittag in der Pfarrkirche Pilsting.

In diesem Jahr entfielen die Andachten zu Allerheiligen und Allerseelen in der kompletten Pfarreiengemeinschaft Pilsting-Großköllnbach. „Aufgrund der aktuellen Situation können wir die Gräbersegnung in diesem Jahr – diese Entscheidung ist uns schwer gefallen – nicht in der gewohnten Weise durchführen“, erklärte Pfarrer Jürgen Josef Eckl. „Ich weiß, dass Ihnen allen das Gedenken an unsere Verstorbenen sehr am Herzen liegt“, fuhr er fort. Doch Allerheiligen „entfällt“ auch im Jahr 2020 nicht. „Wir erbitten auch in diesem Jahr Gottes Segen.“ Bei den Eucharistiefeiern gedachten die Gläubigen gemeinsam der Verstorbenen, am Altar wurde eine Kerze für jeden Verstorbenen des vergangenen Jahres entzündet und ihre Namen verlesen. „Wir erinnern uns dankbar an sie, die einen Teil unseren Lebensweges mit uns gegangen sind.“ Die Segnung der Gräber erfolgte ohne genannten Zeitpunkt durch Pfarrer Eckl.

Bei seiner Predigt erinnerte Pfarrer Jürgen Josef Eckl nicht nur an die „großen“ und bekannten Heiligen, wie der Heilige Petrus, der Heilige Paulus, der Heilige Martin, sondern auch an diejenigen, die „ein bisschen heilig“ sind. Eine große Deutsche Zeitung hatte eine Umfrage unter Passanten gemacht, ob sie jemanden kennen, der „heilig“ sei. Nach einigem Zögern fanden die Gefragten ihn ihrem Leben Menschen, die „ein bisschen heilig“ sein könnten: „von Schicksalsschlägen war die Rede, die geduldig und tapfer ertragen wurden, war da die Rede“, erzählte er. „Von Hilfsbereitschaft, Zeit haben für andere, von Freundlichkeit und Geduld, die man durch solche Menschen tagtäglich erfahren hat“, fuhr er fort. „Und schließlich wagten es die Leute es auszusprechen: ja, die könnten ein bisschen heilig sein.“ Fast tagtäglich begeht die die katholische Kirche den Gedenktag eines Heiligen. „Es sind die Heiligen, die offiziell Heilig gesprochen wurden“, sagte er. „Ein Mal im Jahr aber, heute am Fest Allerheiligen, wird – so sagt es der Name schon – allen Heiligen gedacht, besonders jenen, die in ihrem Leben ‚ein bisschen heilig‘ waren, deren Gesicht und Namen wir nicht kennen und die nicht aufgeführt sind im Heiligen-Kalender.“ Diese Heiligen jedoch versuchten im Stillen, im Verborgenen, in Treue, Liebe und Geduld das zu Verwirklichen, was Christus in den Seligpreisungen der Bergpredigt sozusagen als Leitfaden der Heiligkeit genannt hat. „Eben jenen solchen Menschen gedenken wir heute“, sagte er. „Solche Menschen, die nicht groß in der Öffentlichkeit standen, sondern heilig waren und sind im Kleinen – also ‚ein bisschen heilig‘.“ Allerheiligen erinnere auch daran, dass alle durch die Taufe zur Heiligkeit berufen sind. „Das ist keine Übertreibung, das ist unsere Aufgabe und unser Geschenk, das uns bei der Taufe durch Wasser und den Heiligen Geist sozusagen in die Wiege gelegt wurde“, hob er hervor. Es sei ein großes Ziel, sagte er. „Es geht um die kleinen Zeichen der Menschlichkeit, die unsere Welt, gerade in unserer Zeit, so dringend braucht und die sicherlich keinen von uns überfordert.“

Text und Fotos: S. Melis